Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) vereint zwanzig eigenständige Landeskirchen unter einem Dach. Über 14.000 evangelische Gemeinden sind Teil dieses Bundes, der lutherische, reformierte und unierte Glaubensrichtungen miteinander verbindet. So entsteht ein vielfältiges Bild des evangelischen Christentums in Deutschland.
Ein besonderes Augenmerk legt die EKD auf den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und den Frieden. Zugleich fördert sie intensiv den Austausch mit anderen Religionen, insbesondere im ökumenischen Bereich. Darüber hinaus übernimmt sie Verantwortung in der Gesellschaft – sei es durch diakonische Initiativen oder seelsorgerische Unterstützung. Auch Programme zur Förderung benachteiligter Menschen gehören zu ihrem Engagement.
- einsatz für soziale gerechtigkeit und frieden,
- austausch mit anderen religionen und förderung der ökumenischen zusammenarbeit,
- verantwortung durch diakonische initiativen und seelsorgerische unterstützung,
- programme zur förderung benachteiligter menschen,
- stärkung des miteinander in der gesellschaft.
In gesellschaftlichen Debatten bringt sich die EKD regelmäßig ein und setzt sich für christliche Werte sowie ethische Grundfragen ein. Sie stärkt außerdem das Miteinander in der Gesellschaft. Dank ihres föderalen Aufbaus können die Landeskirchen bei bestimmten Themen eng kooperieren und so gemeinsame Aufgaben wirkungsvoll bewältigen.
- beratung in glaubensfragen,
- bildungsprogramme,
- soziale hilfsprojekte,
- ansprechpartner im alltag,
- präsenz in gesellschaftlichen debatten.
Dadurch bleibt die EKD im Alltag vieler Menschen präsent und ansprechbar.
Geschichte und Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland
Die Ursprünge der Evangelischen Kirche in Deutschland reichen bis zur Reformation im 16. Jahrhundert zurück. Auslöser dieser Bewegung war Martin Luther, der 1517 mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen eine Debatte anstieß, die schließlich zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche führte und den Weg für die ersten evangelischen Gemeinden ebnete.
In den darauffolgenden Jahrhunderten entstanden zahlreiche Landeskirchen, die unterschiedliche Traditionen pflegten:
- lutherische Traditionen,
- reformierte Traditionen,
- unierte Traditionen.
Jede entwickelte dabei ihre eigenen Strukturen und prägte individuelle Glaubensrichtungen sowie kirchliche Gepflogenheiten aus.
Das 20. Jahrhundert brachte für die evangelischen Kirchen in Deutschland große Herausforderungen. Besonders während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 standen sie unter massivem staatlichen Druck. Es wurde versucht, die Kirchen gleichzuschalten und zu kontrollieren – doch nicht alle ließen sich vereinnahmen: Die Bekennende Kirche etwa setzte sich aktiv gegen diese Eingriffe zur Wehr.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs unter den evangelischen Christen das Bedürfnis nach Einheit und einer gemeinsamen Identität. Deshalb schlossen sich im Jahr 1948 die vormals eigenständigen Landeskirchen zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zusammen. Mit diesem Zusammenschluss wollten sie als geeinte Stimme auftreten und einen Beitrag zum Wiederaufbau eines neuen gesellschaftlichen Zusammenhalts leisten.
Die EKD übernahm fortan eine wichtige Funktion beim Wiederaufbau kirchlicher Strukturen sowie bei der Stärkung demokratischer Werte in der Nachkriegszeit. Ihre Gründung markierte das Ende jahrzehntelanger Zersplitterung innerhalb des deutschen Protestantismus und symbolisierte zugleich einen bedeutenden Neubeginn nach den traumatischen Erfahrungen von Diktatur und Krieg.
Struktur, Organisation und Mitgliedskirchen der EKD
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist als Bund organisiert und setzt sich aus 20 eigenständigen Landeskirchen zusammen. Jede Landeskirche entscheidet selbstständig über theologische, organisatorische sowie rechtliche Angelegenheiten. Die Vielfalt der Traditionen zeigt sich darin, dass manche Landeskirchen lutherisch geprägt sind, andere reformierte Wurzeln haben oder beide Richtungen miteinander verbinden.
- die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern steht für den lutherischen Zweig,
- die Evangelisch-reformierte Kirche hat eine reformierte Ausrichtung,
- unierte Kirchen wie die Evangelische Kirche im Rheinland schlagen eine Brücke zwischen beiden Strömungen.
Trotz Eigenständigkeit stimmen sich die Landeskirchen bei übergreifenden Herausforderungen eng ab. Vertreterinnen und Vertreter aller Regionen kommen in den Leitungsorganen der EKD zusammen, um gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Diese föderale Struktur ermöglicht es, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen und stärkt das gemeinsame Auftreten gegenüber Politik und Gesellschaft.
- bei Fragen des Glaubens entscheiden einzelne Landeskirchen eigenverantwortlich,
- bei aktuellen gesellschaftlichen Themen wird innerhalb des Kirchenbundes gemeinsam beraten und abgestimmt,
- die EKD koordiniert das Miteinander der Mitgliedskirchen,
- sie vertritt deren Interessen nach außen,
- sie organisiert Verwaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit.
Darüber hinaus unterstützt die EKD zahlreiche diakonische Initiativen. Durch diese Organisationsform bleibt die evangelische Kirche flexibel und offen für unterschiedliche Perspektiven. Gleichzeitig gelingt es ihr, bei bundesweiten Anliegen geschlossen aufzutreten – auch im Dialog mit internationalen ökumenischen Partnern zeigt sie sich geeint und handlungsfähig.
Leitungsgremien: Synode, Rat und Kirchenkonferenz
In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bestimmen drei zentrale Gremien die Richtung: Synode, Rat der EKD und Kirchenkonferenz. Sie setzen die Schwerpunkte und treffen maßgebliche Entscheidungen für den Kirchenbund.
Die Synode bildet das oberste Organ und steht sinnbildlich für die demokratische Meinungsbildung innerhalb der EKD. Ihre Mitglieder stammen aus allen Landeskirchen und werden gewählt, um gemeinsam über grundlegende Fragen sowie kirchliche Gesetze zu beraten und abzustimmen.
Der Rat der EKD übernimmt zwischen den Sitzungen der Synode die laufenden Geschäfte. Dieses Leitungsgremium setzt sich aus 15 Personen zusammen – darunter sowohl Theologinnen und Theologen als auch engagierte Laien mit verschiedensten Fachkompetenzen. Der Vorsitzende des Rates wird jeweils für sechs Jahre bestimmt, vertritt die EKD nach außen, koordiniert das Präsidium und führt durch die Ratssitzungen.
Die Kirchenkonferenz versteht sich als Plattform für den Austausch über grundlegende Themen. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Landeskirchenleitungen zusammen, um gemeinsame Positionen zu entwickeln. Bevor diese zur weiteren Beratung an den Rat oder an die Synode weitergeleitet werden, findet in diesem Kreis bereits ein intensiver Dialog statt. Auf diese Weise sorgt das Zusammenwirken aller Gremien dafür, dass Beschlüsse umfassend abgestimmt sind und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden.
Für einen geregelten Ablauf während der Tagungen der Synode ist das Präsidium zuständig. Es erstellt Tagesordnungen und organisiert sämtliche Abläufe während der Sitzungen – so bleibt alles übersichtlich.
- die Synode bildet das oberste Organ,
- der Rat der EKD führt die laufenden Geschäfte,
- die Kirchenkonferenz ermöglicht den Dialog zwischen den Landeskirchen,
- das Präsidium sorgt für strukturierte Sitzungen,
- jede Landeskirche behält ihre Unabhängigkeit bei inneren Angelegenheiten.
Die verschiedenen Führungsebenen arbeiten eng zusammen – egal ob es um theologische Fragestellungen, gesellschaftliche Anliegen oder organisatorische Herausforderungen geht. So bleibt eine klare Linie erkennbar, ohne dass einzelne Stimmen verloren gehen.
Gleichzeitig behält jede Landeskirche ihre eigene Unabhängigkeit bei inneren Angelegenheiten. Überregionale Themen hingegen werden gemeinschaftlich beraten sowie entschieden. Durch dieses Zusammenspiel von Synode, Rat und Kirchenkonferenz gelingt eine wirkungsvolle Steuerung des evangelischen Kirchenbundes in Deutschland – regionale Besonderheiten bleiben dabei erhalten.
Kirchenamt, Verwaltung und zentrale Aufgaben
Das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) übernimmt die zentrale Steuerung und Koordination im gesamten Kirchenbund. Sein Standort ist in Hannover-Herrenhausen, wo es als Verwaltungszentrum für Synode, Rat und Kirchenkonferenz dient. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem intensiven Austausch mit den 20 Landeskirchen: Gemeinsam werden kirchliche Themen abgestimmt und Abläufe harmonisiert.
- unterstützt die Seelsorgearbeit und plant bundesweite Gottesdienste,
- entwickelt kontinuierlich neue Leitlinien und Konzepte für eine flexible Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen,
- übernimmt juristische Angelegenheiten, Personalfragen und finanzielle Belange,
- berät Leitungsgremien, bereitet Sitzungen vor und erstellt Gutachten,
- sorgt für effizienten Informationsaustausch zwischen den Mitgliedskirchen, zum Beispiel zu Digitalisierung und Öffentlichkeitsarbeit.
Durch diese gut strukturierte Organisation kann die evangelische Kirche schnell auf aktuelle Anforderungen reagieren. Die professionelle Begleitung von Seelsorge, Gottesdiensten und strategischer Weiterentwicklung ermöglicht eine schnelle Bewältigung neuer Herausforderungen durch kontinuierliche Abstimmung unter allen Beteiligten.
Glaubensbekenntnisse, Grundordnung und Kirchenverfassung
Die EKD bekennt sich zu den traditionellen Glaubensbekenntnissen, die in jedem evangelischen Gottesdienst ihren festen Platz haben. Besonders das Apostolische sowie das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis nehmen eine zentrale Rolle ein und gelten als bedeutende Texte, auf die sich die EKD stützt. Sie bieten Christen unterschiedlicher Richtungen wie lutherisch, reformiert oder uniert ein gemeinsames theologisches Fundament.
Die sogenannte Grundordnung legt fest, wie die EKD organisiert ist und wie ihre verschiedenen Gremien miteinander agieren. Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 1948 dient sie allen kirchlichen Entscheidungen als rechtliche Basis. Hier sind nicht nur Aufgabenbereiche und Entscheidungsprozesse geregelt, sondern auch Rechte und Pflichten der Leitungsgremien klar definiert.
- jede Landeskirche verfügt über eine eigene Verfassung,
- bei grundlegenden Themen stimmen sich die Landeskirchen eng miteinander ab,
- in Regionen mit lutherischer Prägung bleibt das lutherische Bekenntnis maßgeblich erhalten,
- historische Bekenntnisschriften bilden weiterhin den Maßstab,
- trotz unterschiedlicher Ausprägungen entsteht eine gemeinsame Glaubenseinheit.
Durch diese Vielfalt an Strukturen entsteht trotz unterschiedlicher Ausprägungen eine gemeinsame Glaubenseinheit. Die verbindlichen Bekenntnisse, die klare Grundordnung und die individuellen Verfassungen der einzelnen Kirchen schaffen Raum für Unterschiede und sichern das Miteinander innerhalb der EKD.
Mitgliedschaft, Mitgliederzahlen und Kirchensteuer
Wer Teil der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) werden möchte, schließt sich einer der zwanzig Landeskirchen an. In den meisten Fällen ist dafür die Taufe Voraussetzung. Doch auch wer früher ausgetreten ist oder neu ins Land kommt, kann wieder eintreten.
Bis Ende 2024 gehörten etwa 17,98 Millionen Menschen zur EKD – das entspricht rund 21,5 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr zuvor lag diese Zahl noch bei 18,56 Millionen beziehungsweise 21,9 Prozent. Der Rückgang hält seit längerer Zeit an und wird vor allem durch demografische Entwicklungen sowie eine wachsende Zahl an Kirchenaustritten verursacht. Allein im Jahr 2023 kehrten mehr als 380.000 Personen der evangelischen Kirche den Rücken.
Finanziert wird die EKD hauptsächlich über die Kirchensteuer, die das Finanzamt automatisch einzieht. Je nach Bundesland beträgt sie acht oder neun Prozent der jeweiligen Lohn- oder Einkommensteuer. Aus diesen Mitteln werden unter anderem Gottesdienste, seelsorgerische Angebote und Bildungsprojekte ermöglicht. Darüber hinaus leistet die Kirche einen Beitrag zu sozialen Einrichtungen wie Altenheimen und bietet Unterstützung für Bedürftige.
- gottesdienste werden aus Kirchensteuern finanziert,
- seelsorgerische angebote und bildungsprojekte werden ermöglicht,
- unterstützung für bedürftige und beitrag zu sozialen einrichtungen wie altenheimen.
Mitglieder genießen bestimmte Rechte: Sie können Sakramente empfangen und kirchliche Handlungen wie Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen in Anspruch nehmen. Im Gegenzug verpflichtet man sich zur Zahlung der Kirchensteuer. Wer austritt, verzichtet auf diese Leistungen und ist von der Steuer befreit.
- empfang von sakramenten,
- teilnahme an taufen, hochzeiten und beerdigungen,
- zahlung der kirchensteuer als verpflichtung,
- bei austritt entfall der leistungen,
- befreiung von der kirchensteuer nach austritt.
Jedes Jahr legt die EKD umfassende Statistiken zu Mitgliederentwicklung und Finanzen vor. Diese Zahlen zeigen deutlich: Die Verbundenheit mit traditionellen Glaubensgemeinschaften nimmt ab – dennoch bleibt die EKD mit ihren Millionen Mitgliedern ein bedeutender gesellschaftlicher Akteur in Deutschland.
Kirchenfinanzen und wirtschaftliche Grundlagen der EKD
Die Evangelische Kirche in Deutschland finanziert sich größtenteils durch die Kirchensteuer, die etwa 80 Prozent ihrer Einnahmen ausmacht. Diese Abgabe beträgt acht oder neun Prozent der Lohn- beziehungsweise Einkommensteuer und wird unmittelbar vom Finanzamt eingezogen. Im Jahr 2022 beliefen sich die bundesweiten Einnahmen aus der Kirchensteuer auf rund 5,9 Milliarden Euro.
Mit diesen Mitteln werden nicht nur Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen ermöglicht, sondern auch vielfältige Bildungsangebote. Zudem engagiert sich die Kirche stark im sozialen Bereich: Über ein Drittel der Ausgaben fließt in diakonische Einrichtungen und soziale Initiativen. Sie unterstützt zahlreiche Projekte – darunter das Diakonische Werk, das Altenhilfe leistet, Beratungsstellen betreibt und Geflüchteten Hilfe anbietet.
- gottesdienste und gemeindeveranstaltungen,
- vielfältige bildungsangebote,
- unterstützung diakonischer projekte wie das Diakonische Werk,
- altenhilfe,
- betrieb von beratungsstellen,
- hilfe für geflüchtete menschen,
- soziale initiativen.
Neben der Kirchensteuer erhält die EKD zusätzliche Mittel aus verschiedenen Quellen.
- staatliche Zuschüsse – etwa für kirchliche Schulen,
- kollekten,
- spenden von privatpersonen oder unternehmen,
- einnahmen aus immobilienbesitz,
- erträge aus vermögensverwaltung.
Das Finanzsystem der EKD zeichnet sich durch Stabilität und Transparenz aus: Gesetzlich ist eine nachvollziehbare Haushaltsführung vorgeschrieben, und jährlich legen Berichte offen, wie Gelder eingenommen und verwendet werden. Auf diese Weise bleibt die EKD wirtschaftlich unabhängig und kann ihre gesellschaftlichen Aufgaben mit Zuversicht wahrnehmen.
- kirchensteuer,
- staatliche zuwendungen,
- spenden,
- erträge aus vermögen.
Diese vielfältigen Einnahmequellen gewährleisten nachhaltiges Handeln im evangelischen Kirchenbund – damit ist auch künftig eine verlässliche Wahrnehmung religiöser wie sozialer Verantwortung möglich.
Diakonie und diakonische Einrichtungen der EKD
Die Diakonie ist der soziale Arm der Evangelischen Kirche in Deutschland und leistet einen entscheidenden Beitrag zum gesellschaftlichen Engagement. Bundesweit gibt es über 31.000 diakonische Einrichtungen, darunter Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Kindertagesstätten sowie Hospize. Auch Beratungsstellen, Anlaufstellen für Suchtprobleme und Unterkünfte für Geflüchtete zählen dazu.
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- krankenhäuser,
- kindertagesstätten,
- hospize,
- beratungsstellen,
- anlaufstellen für Suchtprobleme,
- unterkünfte für Geflüchtete.
Insgesamt sind rund 627.000 Menschen hauptberuflich in der Diakonie tätig. Darüber hinaus engagieren sich mehr als 700.000 Freiwillige ehrenamtlich – eine beeindruckende Zahl von Unterstützerinnen und Unterstützern.
Die Einsatzbereiche der Diakonie sind breit gefächert:
- unterstützung von Senioren,
- hilfe für Familien in schwierigen Lebenssituationen,
- begleitung von Menschen mit Behinderungen,
- einsatz für Geflüchtete,
- versorgung von Wohnungslosen.
Bedürftige finden Hilfe etwa durch Tafeln oder Wärmestuben; wohnungslose Menschen erhalten Zugang zu Notunterkünften.
Im Jahr 2022 entfiel mehr als ein Drittel aller Ausgaben der Evangelischen Kirche auf diakonische Projekte und soziale Hilfsangebote. Die Finanzierung basiert auf Kirchensteuern, staatlichen Fördermitteln und Spenden aus der Bevölkerung.
Das Handeln der Diakonie orientiert sich am christlichen Prinzip der Nächstenliebe und verbindet professionelle Sozialarbeit mit dem ehrenamtlichen Engagement vieler Einzelner. In Zusammenarbeit mit Kommunen, staatlichen Stellen und anderen Wohlfahrtsverbänden sorgt die Diakonie dafür, dass Unterstützung allen Bevölkerungsgruppen offensteht.
- ambulante Pflege,
- angebote für Kinder und Jugendliche,
- psychosoziale Beratung bei Verschuldung,
- beratung bei Abhängigkeitserkrankungen,
- gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von Herkunft oder Religion.
Die vielfältigen Dienste der Diakonie fördern das Miteinander in unserer Gemeinschaft und ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe für alle.
Aktuelle Herausforderungen und Kirchenentwicklung
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) befindet sich aktuell in einer besonders herausfordernden Phase: Die Zahl der Mitglieder sinkt kontinuierlich. Zwischen 2023 und 2024 gab es einen Rückgang von etwa 580.000 Gläubigen. Mittlerweile zählen nur noch rund 17,98 Millionen Menschen zur Gemeinschaft, was etwa einem Fünftel der Bevölkerung entspricht.
Dieser Trend hat verschiedene Ursachen, darunter:
- demografischer Wandel,
- zahlreiche Kirchenaustritte,
- schwindende emotionale Bindung zu traditionellen Glaubensgemeinschaften.
Gleichzeitig verändert die Digitalisierung das kirchliche Leben spürbar: Immer mehr Gottesdienste finden im Internet statt, Beratungen werden online angeboten, und neue Kommunikationswege entstehen. Die EKD reagiert darauf mit umfassenden Digitalisierungsinitiativen, um ihre Reichweite zu erhöhen und gezielt neue Zielgruppen anzusprechen.
Auch gesellschaftliche Veränderungen stellen die Kirche vor neue Herausforderungen:
- immer mehr Menschen gestalten ihr Leben individueller,
- Werte werden vielfältiger interpretiert,
- die Bedeutung traditioneller Strukturen nimmt ab,
- Bedarf an innovativen und offenen Angeboten wächst,
- soziale Projekte und Bildungsprogramme gewinnen an Bedeutung.
Die EKD setzt auf innovative Angebote, wie offene Kirchenräume, soziale Projekte und spezielle Bildungsprogramme, um verschiedene Menschen anzusprechen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Innerhalb der kirchlichen Organisation werden Strukturen flexibler gestaltet, um besser auf regionale Besonderheiten einzugehen. Gemeinden arbeiten häufiger zusammen oder setzen lokal unterschiedliche Schwerpunkte in Seelsorge und diakonischer Arbeit.
Projekte wie Citykirchen oder digitale Glaubenskurse bringen christliche Inhalte zeitgemäß näher an die Menschen. Darüber hinaus beteiligt sich die EKD aktiv an gesellschaftlichen Diskussionen – etwa zu ethischen Fragen, Integration oder sozialer Gerechtigkeit – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander.
Um Mitglieder langfristig zu binden, verfolgt die EKD gezielte Strategien:
- Fokus auf junge Menschen,
- spezielle Angebote und Formate,
- aktive Einbindung und Mitwirkungsmöglichkeiten,
- kontinuierliche Weiterentwicklung der Kirche,
- Offenheit für neue Impulse und Ideen.
So bleibt die EKD im Wandel offen für neue Entwicklungen und stärkt ihre Rolle in einer sich verändernden Gesellschaft.
